Rosenau: Gemeinde feiert Matthiasfest als optimistischen Neustart


Freuen sich auf einen guten Neustart in Rosenau: Bezirkskurator Martin Reckerth, Pfarrer Uwe Seidner, Bischofsvikar und Bezirksdechant Dr. Daniel Zikeli sowie Kurator Dr. Diethelm Schorscher.

Strahlender Sonnenschein, Musik, gutes Essen und viele Begegnungen: Das diesjährige Matthiasfest der evangelischen Kirchengemeinde Rosenau wurde zu einem besonderen Tag für die Gemeinde. Nach schwierigen Jahren stand dabei vor allem eines im Mittelpunkt: der Zusammenhalt und der gemeinsame Blick nach vorne.

Den Auftakt bildete der Festgottesdienst, der von Pfarrer Uwe Seidner und Dechant Dr. Daniel Zikeli gestaltet wurde. Im Mittelpunkt der Predigt und der liturgischen Gestaltung standen Glaube, Gemeinschaft und die Zuversicht, auch schwierige Zeiten gemeinsam bewältigen zu können.

Nach der Abkündigung wandte sich der erst im April neu gewählte Kurator Dr. Diethelm Schorscher an die Gemeinde. Er betonte die Verbundenheit der Rosenauer in Deutschland mit ihrer Heimatgemeinde in Rosenau und rief dazu auf, diese Verbindung lebendig zu halten. Zugleich dankte er den zahlreichen Spendern und Unterstützern, die mit ihrem Beitrag die Durchführung des Festes ermöglicht haben.

Auch Dechant Dr. Daniel Zikeli nahm die Gelegenheit wahr, die Gemeinde zu ermutigen und den Blick im Glauben auf ihre Zukunft zu richten. Gerade angesichts der vergangenen schwierigen Jahre sei der Glaube eine wichtige Grundlage dafür, dass die Kirchengemeinde den Blick nach vorne richte und den Weg weitergehen könne.

Nach dem Gottesdienst trafen sich Gemeindeglieder und Gäste im Pfarrgarten zum gemeinsamen Feiern. Für das leibliche Wohl waren Spanferkel und Mici vorbereitet worden. Die Burzenländer Bläser begleiteten das Fest musikalisch. Bei sommerlichem Wetter blieb ausreichend Zeit für Gespräche, Begegnungen und das Wiedersehen mit Freunden und Weggefährten.

Auch Vertreter des Kirchenbezirks waren vor Ort. Außer Dechant Dr. Daniel Zikeli nahm auch Bezirkskirchenkurator Martin Reckerth am Fest teil. Ebenfalls anwesend war der neue Büroleiter des Kirchenbezirks, Otto Vasarhelyi. Zu den Gästen gehörte außerdem der Rosenauer Bürgermeister Horia Motrescu, der in einer kurzen Ansprache die Bedeutung der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft für Rosenau hervorhob.

Für die Kirchengemeinde hatte das Fest jedoch eine Bedeutung, die über einen gelungenen geselligen Nachmittag hinausging. Rosenau blickt auf einige schwierige Jahre zurück. Finanzielle und organisatorische Probleme hatten die Gemeinde erheblich belastet und ihre Zukunftsperspektiven zeitweise infrage gestellt.

Mit der Wahl von Dr. Diethelm Schorscher zum neuen Kurator im April begann ein neuer Abschnitt. Dass der neue Kurator seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat und nicht in Rosenau lebt, war dabei zunächst mit Fragen und Skepsis verbunden. Wie lässt sich eine Kirchengemeinde aus der Entfernung führen? Wie kann der notwendige persönliche Kontakt zur Gemeinde aufrechterhalten werden?

Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass sich diese Fragen zumindest teilweise anders beantworten lassen als zunächst angenommen. Dr. Schorscher ist seither mit großem persönlichem Einsatz für die Rosenauer Kirchengemeinde tätig. Er widmet sich den zahlreichen offenen Fragen und versucht, Schritt für Schritt mehr Klarheit in die Strukturen und Hinterlassenschaften der vergangenen Jahre zu bringen.

Dabei ist der Weg noch keineswegs abgeschlossen. Die Herausforderungen sind beträchtlich und werden die Gemeinde noch längere Zeit beschäftigen. Doch neben den Problemen ist inzwischen auch wieder etwas anderes spürbar: Zuversicht.

Das Matthiasfest wurde damit zu einem sichtbaren Zeichen dieses neuen Gemeinschaftsgefühls. Für einige Stunden standen nicht die Schwierigkeiten der vergangenen Jahre im Mittelpunkt, sondern das, was eine Gemeinde im Kern ausmacht: Menschen, die zusammenkommen, miteinander feiern, sich austauschen und gemeinsam Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen. Bei strahlendem Sonnenschein wurde das Matthiasfest zu einem kleinen, aber wichtigen Zeichen für den Neuanfang der Rosenauer Kirchengemeinde.

Martin Reckerth