Neuer Dechant für den Evangelischen Kirchenbezirk A.B. Mediasch


Dechant Ulf Ziegler nach seiner Wahl im Rahmen der Bezirkskirchenversammlung (von links: Kuratorin Annemarie Băcilă Dörr (Petersdorf), Gemeindevertreter Walter Both (Mediasch), Bezirkskurator Karlheinz Pelger, Dechant Ulf Ziegler und Pfarrerin Hildegard Servatius-Depner).

Pfarrer Ulf Dietmar Friedrich Ziegler wurde am 8. Oktober 2026 von der Mediascher Bezirkskirchenversammlung einstimmig zum Dechanten gewählt. Kollegen und viele Freunde und Partner gratulieren herzlich und wünschen viel Kraft für dieses anspruchsvolle Amt. Pfarrer Ziegler, geboren am 3. Februar 1970 in Hermannstadt, hat schon seit 16 Jahren die Geschicke des Mediascher Kirchenbezirks als Dechantstellvertreter geführt.

Vor mehr als 30 Jahren begann Pfarrer Ziegler seinen Dienst im Kirchenbezirk Mediasch und lernte die damalige außergewöhnliche Situation kennen. Er begann sein Vikariat in Mediasch am 1. März 1996 und wurde vom damaligen Dechanten Reinhart Guib als Vikarvater begleitet. Aber schon seit Herbst 1995, wie er selbst berichtet, hatte er als Student die geistliche Betreuung im Mediascher Kirchenbezirk kennengelernt.

Später – und bis heute – betreute er die Kirchengemeinden Birthälm, Reichesdorf, Scharosch a.d. Kokel, Großkopisch, Elisabethstadt, Hetzeldorf, Tobsdorf, Pretai und Bussd. Nach dem Vikariat blieb er weiterhin in Mediasch, zeitweilig hat er im imposanten Birthälmer Pfarrhaus (von 1572 bis 1867 Bischofssitz) gewohnt, bald übersiedelte er aber nach Mediasch. Hier fand er mit seiner Ehefrau Christa und den beiden Töchtern, Kirsten und Kim, die heute beide in Österreich leben, ein neues Zuhause.

In der Osterausgabe 1996 des Mediascher Gemeindebriefs „Schritte“, der zu Ostern 1995 aus der Taufe gehoben worden war, stellte er sich den Gemeindegliedern selbst vor. In diesem Beitrag erzählt er, wie sehr ihn die neue Form des Lebens und der Arbeit im Dienst der Gemeinde, mit Mediasch als Zentrum, beeindruckt hat, „weil es der erste Versuch war, ein schon lange geplantes Konzept in die Praxis umzusetzen“.

Angesichts der Tatsache, dass mehrere Gemeinden schnell pfarrerlos wurden, schreibt er: „Von diesem neuen Versuch erhoffe ich mir, dass die Diasporagemeinden, d.h. die vielen weit auseinandergelegenen, kleingewordenen Gemeinden endlich einen regelmäßigen Gottesdienst haben können. Wichtig dabei ist genaue Planung, Pünktlichkeit und Ordnung. Es ist bestimmt nicht leicht, denn auch für einen werdenden Pfarrer, wie auch für eine sich verändernde Gemeinde ist Umstellung und Anpassung gefragt. Was können wir vom Alten und Traditionellen behalten? Was muss alles neu werden? Worauf und womit kann man bauen? Die Antwort auf diese Fragen sollte nicht vorschnell erfolgen, denn es könnte dabei manches übersehen werden. Gemeinsam, im Gespräch und im Gebet wollen wir den Weg suchen. Gott möge dazu helfen.“

Pfarrer Ziegler hat das allererste, schon sehr gut besuchte Gemeindefest des Kirchenbezirks Mediasch erlebt, das am 6. Oktober 1996 in Mediasch stattfand und damals noch als Vikar das erste Bild davon gemacht, welches dann in den „Schritten“ zu Weihnachten 1996 erschien. Einen ausführlichen Bericht darüber finden wir ebenfalls in den „Schritten“, verfasst von Frau Dorothea Koch-Möckel aus Berlin, die damals in Hermannstadt lebte.

Sie nennt dieses erste Bezirksgemeindefest zu Erntedank „eine Premiere“ und schreibt, dass „alle über 40 evangelischen Gemeinden im Kirchenbezirk Mediasch eingeladen wurden, miteinander eine Art ‚Mini-Kirchentag‘ zu feiern. Eine tapfere Idee war das. Die Grundidee war: Selbstvergewisserung der vielen Einzelnen in ihrem Glauben und gleichermaßen Bestätigung und Freude in der Gemeinschaft dieses Glaubens, in der Gewissheit, dass Gott uns weiterhin und immer neu in seinen gnädigen Händen hält.“

Im Rahmen des zweiten Bezirksgemeindefestes, das am 27. April 1997, zu Kantate, wieder in Mediasch stattfand, wurde der junge Pfarrer vom Dechanten Reinhart Guib in sein Amt in Mediasch und den ihm zugeordneten zahlreichen Gemeinden eingeführt.

Die Gründerin des Evangelischen Diakonievereins Mediasch e.V. , Frau Christa Plajer, ist im September 2000 mit ihrem Ehemann Stadtpfarrer Dr. Dietmar Plajer krankheitsbedingt nach Deutschland ausgewandert. Im Rahmen der Generalversammlung des Diakonievereins am 5. Dezember 2000 wurde die Staffelübergabe vollzogen und Pfarrer Ziegler wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt, der – wie der Gemeindebrief „Schritte“ berichtet (Nr. 22, S. 3) – „die Geschicke des Diakonievereins ins nächste Jahrtausend führen wird.“

Im selben Jahr wurde im April die Sozialstation „Samaritana“, mit damals vier Angestellten, gegründet. Doch ebenfalls im selben Jahr traf den Diakonieverein schmerzhaft der Verlust des Hetzeldorfer Altenheimleiters Stefan Pitters. Mit ihm verlor der Diakonieverein einen eingearbeiteten, verlässlichen Mitarbeiter, welcher von Anfang an im Heim dabei war, bei allen Arbeiten, beim Erwerb der Häuser, beim Bestellen der Felder, einfach bei allem, was zum Altenheim Hetzeldorf gehörte. Pfarrer Ziegler, als neuer Vorsitzender des Diakonievereins, sah als eine der ersten großen Herausforderung damals die Eröffnung einer Jugendwerkstatt. Er blieb bis 2005, als Neuwahlen stattfanden, Vorsitzender des Diakonievereins.

Im Jahr 2009 unternahm die Kirchengemeinde Birthälm, deren UNESCO-Kirchenburg, ehemaliger Bischofssitz, weit über die Grenzen unserer Kirche und unseres Landes bekannt ist, entscheidende Schritte hin zur Eigenständigkeit. Dank der Unterstützung und des Verständnisses seitens des Evangelischen Bezirkskonsistoriums konnte in den Jahren davor die Kirchengemeinde Birthälm eine finanzielle Eigenständigkeit erlangen und eine stabile Situation aufbauen.

Am 27. November 2010 wählte die Landeskirchenversammlung den Mediascher Dechanten Reinhart Guib zum neuen Bischof der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien. Ab Dezember 2010 füllte Pfarrer Ziegler das Amt des Dechantstellvertreters mit neuem Inhalt und übernahm viel mehr Verantwortung als bis zu dem Zeitpunkt. In den ersten Jahren wurde er von Bezirkskirchenkurator Wilhelm Untch und später von Bezirkskirchenkurator Karlheinz Pelger, dazu dem gesamten Team im Bezirkskonsistorium, tatkräftig unterstützt. Nun hat am 8. Oktober 2026 seine Wahl zum Dechanten stattgefunden und damit endet und beginnt zugleich ein weiteres Kapitel.

Im Namen seiner Kollegen und aller Mitarbeitern der Institutionen im Mediascher Kirchenkastell danke ich Dechant Ulf Ziegler für seinen bisherigen großen Dienst für viele und wünsche ihm viel Gesundheit, Schaffenskraft, Zuversicht, Frohsinn und Gottes reichen Segen!

Pfr. Gerhard Servatius-Depner

(Mediasch)