Kuratoren- und Presbyter Rüstzeit 2026: Weiterbildung für herausfordernde Zeiten


Im Juni trafen sich Presbyter und Kuratoren zu einem Weiterbildungswochenende im Elimheim. Bild: hk

Kuratoren und Presbyteriumsmitglieder der Evangelischen Kirche sind tragende Pfeiler im Leben der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien. Sie engagieren sich ehrenamtlich, mit viel zeitlichem und persönlichem Aufwand in vielfältigen Bereichen – im Gemeindeleben, in der Verwaltung, in Kultur und Bildung und nicht zuletzt im Erhalt der Kulturdenkmäler und im Kirchenburgentourismus.

Am besten können sie das tun, wenn sie gut informiert sind. Diesem Anliegen kam das Weiterbildungsangebot für Kuratoren, Kuratorinnen und Presbyter des Landeskonsistoriums Mitte Juni 2026 entgegen. Es war zunächst auf die neugewählten Presbyteriumsmitglieder ausgerichtet, aber es konnten auch Ehrenamtliche teilnehmen, die schon etwas Erfahrung in diesen Bereichen haben und sich einen besseren Überblick verschaffen wollten.     

Bischof Reinhart Guib und Landeskirchenkuratorin Dr. Carmen Schuster luden Mitte Juni zusammen mit ausgewiesenen, erfahrenen Experten und Praktikern zu einer ersten umfassenden Einführung in das Ehrenamt des Kurators/der Kuratorin bzw. der Presbyterien ins Elimheim nach Michelsberg ein. Die Wochenendveranstaltung diente der Einführung in die neuen Aufgaben.

Kennenlernen sollten die Neugewählten die Gesamtkirche, die rechtlichen Grundlagen, die Strukturen und die Strategie der Kirche, die Besonderheiten der Arbeit vor Ort und mit übergeordneten Strukturen, aber auch wie Kommunikation funktioniert, damit Entwicklung in der kirchlichen Arbeit trotz unterschiedlicher Sichtweisen möglich wird. Nicht zuletzt diente die Veranstaltung auch dem gegenseitigen Kennenlernen, das die Zusammenarbeit unter den weltlichen, ehrenamtlichen Kirchenvertretern erleichtern soll. Die Leitung der Veranstaltung hatte Superintendent Wolfgang Rehner aus Österreich.

Freitag referierten Landeskirchenkuratorin Dr. Carmen Schuster und Hauptanwalt Friedrich Gunesch zu den aktuellen Herausforderungen der Kirche, von gesellschaftlichen Veränderungen über Digitalisierung bis hin zur Bedeutung der Kirche in der rumänischen Gesellschaft. Hauptanwalt Gunesch stellte zudem Strukturen, Ordnungen und Partner der Kirche vor. So erhielten die rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Überblick zu den Arbeitsfeldern des Landeskonsistoriums und zu den vielfältigen Kooperationen, die das kirchliche Leben in Rumänien tragen.

Am Samstag gestaltete Bischof Reinhart Guib die Morgenandacht. Themen des Vormittags waren die geistliche Dimension kirchlicher Leitung, die Rolle der Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen, als Ort der Verkündigung und als Raum für Seelsorge und Mission nach innen und außen. Die Kirchenordnung und ihre vielfältigen Möglichkeiten und Beschränkungen stellte Dr. Bruno Fröhlich vor, langjähriger Bezirksdechant in Schäßburg.  

Im regen Austausch mit den Seminarteilnehmern zeigte sich, dass die Kirchenordnung durchaus Spielräume zur Auslegung ermöglicht. Am Nachmittag rückte Landeskirchenkuratorin Schuster die Zukunft der Kirche in den Fokus. Zentrale Ziele der kommenden Jahre sind die Stärkung der Gemeinden, die Gewinnung neuer Mitglieder, die Pflege des siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes, die nachhaltige Sicherung kirchlicher Aufgaben sowie die Zusammenarbeit mit den Heimatortsgemeinschaften (HOGs) in Deutschland.

Superindendent Rehner zeigte anhand praktischer Beispiele, wie sich Konfliktsituationen in Presbyterien zwischen Ehrenamtlichen und Pfarrern konstruktiv lösen lassen.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Themen Nutzungskonzepte von Kirchenburgen und Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit für eine stärkere eigene Sichtbarkeit. Der gemeinsame Gottesdienst in Michelsberg mit Pfarrer Zoran Kezdi, der anschließende Kirchenkaffee und das gemeinsame Mittagessen rundeten den Tag ab. Die gesamte Veranstaltung wurde sehr professionell vom Team des Elimheims um Klaus Göbbel unterstützt.

Alle Teilnehmenden waren sich einig darüber, dass ein regelmäßiger und zeitnaher, offener Austausch von Ideen verbunden mit der besseren Vernetzung der Teilnehmenden untereinander und der Weiterbildung in Fachthemen die dringlichen nächsten Schritte sein sollten. Nur so können die Presbyterien – inklusive ihrer Kuratoren - als Ehrenamtliche ihre immer komplexer werdenden Aufgaben zum Wohle ihrer Kirche erfüllen.  

hk