Festlicher Gottesdienst anlässlich des Sachsentreffens in Schönau


Stehen bereit für den feierlichen Gottesdienst (v.l.n.r.): Bezirksdechant Alfred Dahinten, Bischof Reinhart Guib, Bezirksdechant Dietrich Galter, Pfarrer Zoran Kezdi. Bild: hk

Nach Jahren des Stillstands erlebt die evangelische Kirche in Schönau eine Art Wiedergeburt – zumindest für kurze Zeit. Anlässlich des 36. Sachsentreffens präsentierte sie sich von ihrer schönsten Seite. Tagelang hatten die Mitglieder der Heimatortsgemeinschaft )HOG) Schönau aus Deutschland mit ihrem unermüdlichen HOG-Vorsitzenden Hans Gärtner das Ensemble rund um die Kirchenburg auf Vordermann gebracht – vor Ort soll nur noch eine ältere Sächsin leben.   

Und pünktlich zum Sonntag des Sachsentreffens erstrahlte die Kirche in neuem Glanze und war  bis auf den letzten Platz gefüllt. In seiner Begrüßung  würdigte Bischof Reinhart Guib die gute Zusammenarbeit der HOG mit den Institutionen vor Ort – der  Gemeindeverwaltung und dem Bürgermeister sowie dem Verein Sona connect. Er griff das Motto des diesjährigen Treffens auf „Jugend bewegt Siebenbürgen“ und erinnerte daran, dass gleich drei Jugendverbände in diesem Jahr ihre Jubiläen feiern: 40 Jahre die siebenbürgisch-sächsische Jugend in Deutschland, 30 Jahre die Arbeitsgemeinschaft deutscher Jugendorganisationen und 20 Jahre das Jugendwerk der Evangelischen Kirche in Rumänien.

Auch der Heltauer Pfarrer Zoran Kezdi drückte in seiner Predigt die Freude darüber aus, dass nun so eine kleine Gemeinde am Rande der Sachsenwelt  ins Zentrum des evangelischen Lebens gerückt sei, dass man sich allerdings sehr wohl in solchen Zeiten wie diesen den Fragen nach unserer Identität stellen sollte: Wer sind wir? Was macht uns aus? Was hinterlassen wir? „Unsere Geschichte bleibt lebendig“, lautet die optimistische Antwort des Pfarrers, und trotz des Nationalismus, der verstärkt um sich greife,  sollte man sich davon nicht einschüchtern lassen. Furcht führe zu Lähmung. Er ist überzeugt, dass sich eine besonnene Gesellschaft nicht anstecken lasse. Und indem sich andere für unsere Kultur interessierten und man gut miteinander zusammenarbeite, wachse auch ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Im Anschluss an den Gottesdienst verlieh Rainer Lehni als Vorsitzender der Föderation der Siebenbürger Sachsen den Ehrenstern der Föderation an Martin Bottesch für seinen unermüdlichen Einsatz für die deutsche Minderheit in Siebenbürgen, vor allem für sein starkes Engagement bei der Organisation der beiden großen Sachsentreffen 2017 und 2024 in Hermannstadt.