Bischofskonsultationen 2026: Intensiver Austausch über Bildungs- und Ökumene-Fragen


Sieben Bischöfe diskutierten am Theologischen Institut in Hermannstadt über Herausforderungen und die Zukunft der Ökumene. Bild: hk

Eine Woche lang tauschten sich Bischöfe aus verschiedenen evangelischen Kirchen der Welt über wichtige Aspekte ihrer Arbeit aus – diesmal rund um die Themen Ökumene und Bildung, und zwar im Elimheim in Michelsberg.

Eingeladen dazu hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit ihrer Bischöfin Dr. Beate Hofmann, und zwar die Bischöfe ihrer sechs Partnerkirchen. Teilgenommen haben die Bischöfe der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, der Kirche von Südindien (Karnataka Norddiözese), der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgistan, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Südafrika (Westdiözese) sowie der EKR.

Die Bischöfe mit ihren Begleitpersonen absolvierten ein umfangreiches Programm in Siebenbürgen, das die EKR-Projektleiterin Ramona Besoiu mit den Kolleginnen aus der Kirche Kurhessen-Waldeck zusammengestellt hatte. Zum einen fanden im Elimheim Vorträge und Diskussionen zum Thema Ausbildung von Mitgliedern in der Kirchengemeinde, von hauptamtlichen sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern statt. Zum anderen standen auf dem Programm auch einige Besuche, um aus erster Hand zu erfahren, wie Bildungsaufgaben in Siebenbürgen gelöst werden. Unter anderem besuchten die Bischöfe die Heltauer Kirche, wo Ortspfarrer Zoran Kezdi über Ausbildung in Kirche und Schule referierte.

Ein ähnliches Thema stand auch in Seligstadt auf der Tagesordnung, wo Pfarrerin Britta Seidner und Iulia Prepelea die sogenannte Kinderuniversität vorstellten, in der Kinder während der Sommerferien auf spielerische Art lernen.  Im Hermannstädter kirchlichen Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch, meist kurz “Teutsch-Haus” genannt, präsentierten deren Leiterin, Dr. Gerhild Rudolf, die ehemaligen Kuratoren Friedrich und Ilse Philippi, wie auch Diakonin Cristina Arvay Möglichkeiten, wie sich Ehrenamtliche – von Kindern bis zu Erwachsenen - im Dienst der Kirche engagieren können. In Kleinschenk zeigten Pfarrer Michael Reger und Landeskirchenkuratorin Dr. Carmen Schuster auf, wie eine Kirchenburg als Ort der Bildung funktionieren kann.

Einen wichtigen Programmpunkt bildete der Besuch des Theologischen Instituts in Hermannstadt mit einer öffentlich zugänglichen Podiumsdiskussion der sieben in dieser Woche anwesenden Bischöfe zum Thema „Ökumene – Luxus oder Notwendigkeit?“ Anschließend gab Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, im Bischofspalais einen Empfang zu Ehren der Gäste.

In der Podiumsdiskussion, moderiert von Pfarrer Gerhard Servatius-Depner, betonten alle Redner, dass Christen trotz unterschiedlicher Traditionen, Kulturen und Konfessionen zu einer Gemeinschaft gehören. Grundlage dafür sind das Gebet Jesu um die Einheit der Christen sowie die Überzeugung, dass es „einen Glauben, eine Taufe und einen Herrn“ gibt. Ökumene bedeute dabei nicht, Unterschiede aufzulösen oder Religionen zu vermischen. Vielmehr gehe es um Dialog, gegenseitiges Verständnis, Respekt und Zusammenarbeit.

Einige Teilnehmer wiesen darauf hin, dass Kirchen gemeinsam stärker auftreten könnten als allein. In säkularen Gesellschaften oder Regionen, in denen Christen eine Minderheit bildeten, seit Zusammenarbeit besonders wichtig. Gemeinsam könnten Kirchen glaubwürdig Zeugnis vom christlichen Glauben geben, soziale Verantwortung übernehmen, Frieden und Menschenrechte fördern, Menschen in Krisen und Katastrophen unterstützen sowie gegenüber Politik und Gesellschaft mit einer stärkeren Stimme auftreten.

Ebenfalls wurden auch Schwierigkeiten benannt, etwa historische Spannungen, unterschiedliche theologische Positionen oder Fragen der gegenseitigen Anerkennung kirchlicher Ämter und Sakramente. Diskutiert wurden unter anderem die Rolle von Frauen im kirchlichen Amt,     unterschiedliche Auffassungen zu Eucharistie bzw. Abendmahl, finanzielle Abhängigkeiten in internationalen Partnerschaften und der Umgang mit konfessionellen und kulturellen Unterschieden.

Die Diskussionsteilnehmer warnten aber auch davor, sich ausschließlich auf theologische Streitfragen zu konzentrieren. Praktische Zusammenarbeit im Alltag könne oft mehr zur Einheit beitragen als langwierige Debatten.

Für die jüngere Generation sahen die Sprecher die Aufgabe darin, den Dialog fortzuführen und gleichzeitig gemeinsame Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen zu finden. Die Zukunft der Ökumene liege weniger in vollständiger theologischer Übereinstimmung als vielmehr im gemeinsamen Handeln für Frieden, Gerechtigkeit und die Unterstützung von Menschen in Not.

Zusammenfassend ließe sich festhalten: Christen verschiedener Konfessionen sollten nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Ökumene ist kein Selbstzweck, sondern ein Weg, den christlichen Glauben glaubwürdig zu leben, Unterschiede auszuhalten und gemeinsam Verantwortung für Kirche und Gesellschaft zu übernehmen. Frieden, gegenseitiger Respekt und Zusammenarbeit werden dabei als die wichtigsten Früchte der Ökumene angesehen.

hk