Schulverantwortliche bilden sich im Bischofsamt weiter


Der Psychologe Mihai Copaceanu im Gespräch mit Schulverantwortlichen im Teutsch-Saal des Bischofshauses.

Etwas erstaunt waren die Betreffenden schon, als der bekannte Psychologe Dr. Mihai Copăceanu darauf bestand, die vier Fortbildungseinheiten für Fachkräfte im Schulwesen im Daniel-Teutsch-Saal  des Bischofshauses in Hermannstadt abzuhalten - anstatt bei den Organisationspartnern der Schulfortbildungsbehörde Casa Corpului Didactic CCD.

Sein Hauptargument war, dass das Angebot an einem neuen unbekannten Ort für die Teilnehmer den Charakter eines Ausflugs erhält und damit attraktiver wird. Gesagt getan. Im November wurden jeweils zwei dreistündige Fortbildungsmodule für Schuldirektoren und Mitglieder des jeweiligen Schulrates sowie zwei für Schulpsychologen aus dem Kreis Hermannstadt durchgeführt. Die Kurse für die Schulpsychologen - hier Schulberater genannt - mit den Themen sexueller Missbrauch,  praktische Lösungen und Beispiele für den Konsum von Online-Pornografie, waren sofort ausgebucht.

Experte Copăceanu war in seinem Element, als er durch Rollenspiele und eine professionelle Einführung über diese heiklen Themen referierte. Dass es unter den Schülern immer mehr betroffene Jungen und Mädchen gibt, wissen die Schulberater allzu gut, jedoch gaben sie zu, dass sie oft den Anforderungen nicht gewachsen sind, und daher waren sie umso dankbarer,  Hilfestellung von einem spezialisierten Psychologen zu bekommen, dessen Schwerpunkt mittlerweile die Behandlung von Teenagern ist. Auch Randthemen wie die Gefahr und Behandlung bei Selbstmordversuchen sowie der übermäßige Drogenkonsum wurden besprochen.

In der schriftlichen Evaluierung erhielt die Veranstaltung sehr gute Bewertungen, und als wichtigste Themen, die es zu behandeln gilt, gaben die Teilnehmer an:

1.     Verantwortung der Schule in der Prävention von sexuellem Missbrauch und Online- Pornografie und

2.     Förderung der mentalen Gesundheit der Schüler, um riskante Verhaltensweisen - vom Rauchen bis zur übermäßigen Nutzung von sozialen Medien – zu vermeiden.

Psychologe Copăceanu gelingt es, sowohl Erwachsene als auch Lernende gleichermaßen gut zu erreichen und ein Gleichgewicht zwischen empathischem Eingehen auf die Themen und unbequemen Antworten auf diese Herausforderungen herzustellen.

In den Gesprächen wurde unter anderem festgestellt, dass die Anzahl der betroffenen Schüler seit den Online-Unterrichtsphasen enorm angestiegen ist, jedoch die Zahl des spezialisierten Personals, das sich um diese Schüler kümmert,  nicht mitgewachsen ist. Mit der Konsequenz, dass eine Überforderung der dafür Verantwortlichen im Schulwesen zu beobachten ist. Nun hofft man, mit jeder Fortbildung den großen Bedarf an Unterstützung zu verbessern.

Erika Klemm