Mach dich auf den Weg – vom Wissen zum Erleben


70 Jugendliche trafen sich Ende vergangenen Jahres in der Nähe von Rosenau, um die Arbeit des Jugendwerks für dieses Jahr zu besprechen. Bild: Jugendwerk

Zum vierten Mal  trafen sich gegen Ende des vergangenen Jahres 70 Jugendliche zu einer Schulung des Landesjugendmitarbeiterkreises in Rosenau, organisiert vom Jugendwerk der EKR, um wertvolle Tools und praktische Fähigkeiten für die Arbeit in ihren Gemeinden auszuprobieren, aber auch um die Zeit miteinander zu genießen. Das Motto lautete ganz klar: raus aus der Komfortzone – hinein ins Erleben, körperlich wie geistlich.

Am ersten Abend stimmte uns Pfarrer Claudiu Riemer aus Kronstadt auf das Thema ein mit einer Andacht über Schritte im Glauben, die wir gehen, manchmal mit mehr Mut, manchmal gezwungenermaßen.

Am Samstag ging es hinaus in die Natur, und wir mussten den Weg nur mit einer Karte finden. Beim Rückweg haben einige von uns als Leiter jeweils eine Gruppe geführt, diesmal ohne Karte und Hilfsmittel, doch mit dem Mut eines Leiters, der Entscheidungen treffen kann. Ein Höhepunkt war die Erkundung einer Höhle, die nur erreichbar war, indem man einige Meter auf dem Bauch hineinkriechen musste.

Drinnen eröffnete sich ein ganz neuer Raum, den wir schließlich in völliger Dunkelheit für eine Andacht nutzten. So intensiv erlebt man „Dunkelheit“ selten – und die Frage stand im Raum: Wie begegnet uns Gott, wenn wir nichts sehen können? Am Schluss sahen wir das Licht einer Kerze, das uns an Jesus, als Licht für die Welt, erinnerte.

Vertrauen bedeutet, sich auf andere zu verlassen, das übten wir beim „Seiltanzen“: Am Bauch angebunden und von der Gruppe gehalten mussten wir auf einem Seil einige Meter mit verbundenen Augen zurücklegen. Im Laufe des Tages nahmen wir uns zudem Zeit für „teachable moments“: Was lässt uns die Natur über Gott erkennen? Welche biblischen Wahrheiten begegnen uns in der Schöpfung, wenn wir genau hinschauen? So entstanden wertvolle Gespräche, die den Glauben mit dem Erleben verbanden.

Der Abend war ein geistlicher Moment für viele von uns, mit viel Musik und ausgewählten Bibelworten, danach wechselte die Stimmung in fröhliche Gemeinschaft. Beim Spieleabend wurden Karten gemischt, Würfel gerollt, Spiele gewonnen und verloren – vor allem aber viel gelacht und miteinander Zeit geteilt.

Am Sonntag kamen wir zum Gottesdienst zusammen, vorbereitet von der Diakonin Cristina Arvay. Vier Jugendliche hatten sich bereit erklärt, zu predigen. Zusammen mit ihnen haben wir die Geschichte von Petrus angeschaut, der auf dem Wasser auf Jesus zuging und dabei erlebte, was Vertrauen bedeutet, wenn die Wellen hochschlagen. Zum Abschluss überraschte uns eine gemeinsame kleine Tanzaktion – ein fröhlicher Ausdruck des Lobpreisens, der die Gemeinschaft noch einmal auf besondere Weise sichtbar machte.

Mit vielen neuen Eindrücken, Gedanken und Ermutigungen ging es schließlich zurück in den Alltag. Manche kamen mit dreckigen Schuhen von  der Wanderung heim, manche mit einer überwundenen Angst oder einer neu gewonnenen Erfahrung im Glauben. Aber niemand fuhr unverändert nach Hause. Unser Dank gilt allen Teilnehmenden für ihr Engagement und ihren Mut sowie dem Referententeam, das solche Wochenenden möglich macht.

Sarah Mailin Bortmes, Studentin der Psychologie in Klausenburg, zurzeit Auslandsstudentin in Spanien