„Der einwöchige Wiederholungskurs für Sommerasylleiterinnen.“

Vor hundert Jahren in den 'Kirchlichen Blättern'


Vor hundert Jahren in den 'Kirchlichen Blättern'

„Die Leitung der Kronstädter Kindergärtnerinnen-Bildungsanstalt gibt hiermit bekannt, daß der diesjährige Wiederholungskurs im Uebungskindergarten in der Zeit vom 19. bis 26. April stattfindet. Sie weist zu gleicher Zeit auf die für diese Wiederholungskurse in den übrigen Kirchenbezirken herausgegebene Verordnung des hochlöblichen Landeskonsistoriums aus dem Sommer 1912, Zahl 914/1912 hin. Das im Uebungskindergarten durchzunehmende Programm ist das nachstehende:   M o r g e n l i e d :   Begonnen hat ein neuer Tag.   M a r s c h l i e d e r :   1. Soldaten müssen haben. 2. Du lieblicher Stern. 3. Eisenbahn von nah und fern. 4. Es sang ein muntres Vögelein. 5. Rirarutsch, wir fahren in der Kutsch’. 6. Da ist er, da ist er der liebliche Mai.   K r e i s s p i e l e :   1. Wollt Ihr wissen. 2. Vöglein singt im Walde. 3. Piep, piep, piep. 4. Mit Sonnenschein und Liederklang. 5. Fleiß’ges Bienchen fliegst herum. 6. Mäuslein, Mäuslein fort und fort. (Die Noten für die beiden letzten Lieder werden zugesendet, wann uns rechtzeitig bekannt gemacht wird, daß ein Kurs abgehalten wird.)         F i n g e r l i e d :   1. Wenn die Kinder artig sind. 2. Ging ich an dem Bache hin. 3. Zehn Finger will ich zeigen (Melodie: Ich hab’ zwei Händchen zart und klein).   M a g y a r i s c h :   1. Elmegyek az óvodába. 2. Gá gá gá gá gá. 3. Szedem szép rozsáját.   B e s c h ä f t i g u n g e n :   Sammeln, Kreischenlegen (die Leiterin zeichnet den Kindern die auszulegende Form mit Kreide auf den Tisch), Tonformen, Nähen, Flechten, Stäbchen, Bauen, Falten großer Formen aus grobem Papier: Csako, Tasche, Säbel, Salzfaß etc. Zu Beginn des Kurses wird die Aufgabe der Leiterin nochmals kurz besprochen und auf deren Wichtigkeit in Bezug auf die körperliche und sittliche Erziehung der Kinder hingewiesen. Die Leiterin hat sich genau an ihre Vorschriften zu halten und sich in jedem zweifelhaften Falle an ihren unmittelbaren Vorgesetzten um Rat zu wenden. Am Ende des Kurses erhält die Leiterin ein Zeugnis, in dem der Besuch des Kurses kurz bestätigt wird.“

(Kirchliche Blätter, Hermannstadt, 21. März 1914)