Kontakt
Unsere Umweltfibel sowie verschiedene Broschüren zum Energiesparen, Informationen zu Mülltrennung, Energiesparlampen, Recyclingpapier und Bioprodukten erhalten Sie bei dem Umwelt-Team der Kirchengemeinde:
Stadtpfarrer Kilian Dörr
Amtsleiterin Cristina Costea
Küster Ovidiu Marin
Tischler Hans Scherer
Netzwerkerin Raluca Birsan
Zivi Ulli Keßler
Umweltbüro der Stadtpfarrkirche Hermannstadt
Piata Huet Nr. 1, 550182 Hermannstadt/Sibiu
Stadtpfarramt Mobil: 0727- 817642
Festnetznummer: 0269 - 213141
E-Mail: kilian.doerr/at/evang.ro
Tipps zur Mülltrennung
Umweltfibel
Schon mit der Ersten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel (1989) ist das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ in den Kirchen bewußt aufgegriffen und als aktuelle Frage behandelt worden. Auch die Dritte Ökumenische Versammlung 2007 in Hermannstadt hat in ihrer Abschlußbotschaft die Umweltproblematik in bewegter Weise angesprochen und zu einem verantwortungsbewußten Leben aufgerufen, um den gefährlichen ökologischen Fehlentwicklungen vorzubeugen. In dieser Erklärung heißt es: „Wir verpflichten uns, unseren Lebensstil gemäß dem biblischen Zeugnis zu überdenken. Dies muß durch konkrete Schritte geschehen, wie z. B. den Kauf von Produkten aus gerechtem Handel, den Gebrauch erneuerbarer Energien, Reduzierung der Kohlenstoffabgase und Veränderung unseres Verbraucherverhaltens auf ein umweltverträgliches Maß.“
Die Hermannstädter Evangelische Kirchengemeinde hat diese Erklärung unmittelbar aufgegriffen und hat für sich ein Umweltmanagement eingeführt, das der europäischen Norm entspricht. In diesem Zusammenhang hat sie eine sehr ansprechende kleine Publikation unter dem Titel „Umweltfibel. Einfache Schritte zur Bewahrung der Schöpfung“ herausgegeben. Auf 23 Seiten werden darin Themen wie „Wasser“, „Energie“, „Nahrung“, Mobilität“ und „Abfall“ besprochen, die graphisch mit Tabellen und Bildern veranschaulicht werden. Stadtpfarrer Kilian Dörr schreibt dazu im Vorwort: „Die Sorgen um die Umwelt sind gewachsen, seit die Folgen unseres Lebensstils nicht mehr zu verbergen sind. Immer mehr Menschen fragen: Was kann ich tun, um etwas zur Bewahrung der Schöpfung beizutragen? […] Die Evangelische Kirchengemeinde A.B. Hermannstadt hat sich zum Ziel gesetzt, die eigene Daseinsweise kritisch zu überprüfen und konkrete Schritte zum Schutz der Umwelt und zur Bewahrung der Schöpfung zu unternehmen. […] Die Umweltfibel soll denen eine erste Handreichung sein, die ihren Lebensstil überdenken und ändern wollen.“
Die Texte zu den einzelnen Themenbereichen wurden von Dr. Elfriede Dörr (Hermannstadt) und Dr. Volker Teichert (Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft) erstellt. Sie leiten in sachlicher Weise zu umweltbewußtem Umgang mit Dingen unseres Alltags an, wobei zur nüchternen, wissenschaftlichen Information immer wieder auch die geistliche Komponente hinzukommt, so daß beide Aspekte sich gegenseitig durchdringen. Natur ist eben zugleich Schöpfung und zum naturwissenschaftlichen Wissen kommt die Sicht des Glaubens als vertiefende Schau hinzu.
Zum „Wasser“ ist in der Fibel zu lesen: „Wasser ist ein kostbares Gut. Wir nehmen es zum Trinken, Waschen, Kochen, Bewässern, als Ressource für Energie. Und Wasser ist so sehr verschmutzt worden durch chemische Abfälle unseres modernen Lebens, daß sauberes Trinkwasser immer knapper wird.“ Daher gilt es, sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen, z.B. die Durchflußmengen in der Wasserleitung zu begrenzen, tropfende Wasserhähne zu reparieren, lieber nur zu duschen als ein Vollbad zu nehmen und darauf zu achten, daß auf keinen Fall flüssige Schadstoffe ins Abwasser gelangen.
Zur Frage des Energieverbrauchs ist zu lesen: „Der Löwenanteil der heute verfügbaren Energie wird durch das Verbrennen fossiler Rohstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas erzeugt. Durch das entstehende Kohlendioxid (CO2) ist das Gleichgewicht der Erdatmosphäre in den letzten Jahrzehnten empfindlich gestört worden, und dieser Prozeß geht weiter. Es ist nötig, die CO2-Emissionen drastisch zu reduzieren und alternative Wege der Energieerzeugung zu finden. Am einfachsten jedoch können wir einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, indem wir unseren Energieverbrauch reduzieren. Es ist viel billiger, Energie zu sparen, als saubere Energie zu erzeugen.“ So können wir z. B. den Stromverbrauch mit Energiesparlampen verkleinern, bei Waschmaschinen und Kühlschränken auf niedrigen Stromverbrauch achten, Haushaltsgeräte nach der Nutzung komplett ausschalten, bzw. ganz vom Netz abziehen, beim Heizen der Wohnung sparen usw. Beim Einkauf der Lebensmittel sollte darauf geachtet werden, daß sie möglichst aus der Region stammen, um durch weite Transporte nicht zusätzlichen Energieverbrauch zu verursachen.
Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die Frage der Personentransporte und der Mobilität gerichtet. Dazu wird gesagt: „Wir dürfen nur eine begrenzte Menge Klimagase produzieren, um die Klimaerwärmung in verträglichen Grenzen zu halten. Man spricht von einem ’klimaverträglichen Jahresbudget’ eines Menschen, das drei Tonnen CO2 nicht überschreiten darf. Der Transport ist ein wichtiger Verursacher von Treibhausemissionen“. Daher müssen wir auf unnötiges Autofahren verzichten, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, uns mit dem Fahrrad bewegen, das die Umwelt schont.
Wichtig ist auch der Umgang mit dem Abfall, denn „es gibt keinen Ort zum Wegwerfen, der weg von uns wäre“. Alles, was wiederverwertbar ist, sollte genutzt werden. Plastikbeutel und Plastikflaschen sollte man gesondert sammeln und abgeben, den Müll sorgfältig trennen, Papier zur Sammelstelle bringen, ebenso alle Elektro-Altgeräte und Batterien.
Zu all diesen praktischen Anleitungen kommen in der Umweltfibel als besonders wertvoll und anregend eine Fülle von Adressen von Vereinen und Organisationen im Umweltbereich sowie von zertifizierten Biobetrieben im Kreis Hermannstadt. Man staunt darüber, daß es 15 solcher Institutionen gibt. Dazu werden die Adressen der Müllentsorgungsunternehmen im Kreis angeführt, und zwar von Stellen, die Papier und Plastik, Elektrogeräte, Alteisen und Batterien sammeln (17 Anschriften!), und zuletzt eine lange Reihe von Internet-Adressen zur weiteren Information (z. B. 7 Adressen zur kirchlichen Umweltarbeit, 8 Adressen zu aktuellen Umweltthemen in Rumänien und eine Reihe weiterer Anschriften zu Klimanetzwerken, zum ökologischen Fußabdruck und zum Transportwesen). Hier tut sich ein weites Tor zu weiterer Beschäftigung mit Fragen der Umwelt und zu verantwortlichem Umgang mit der Schöpfung auf.
Man kann den Initiatoren dieser „Umweltfibel“ für diese überaus fleißige, informative Veröffentlichung nur danken und dem Büchlein viele nachdenkliche Leser wünschen.
Hermann Pitters
(aus LKI 11 / 2009)








