Prof. Dr. Dr. Paul Philippi ausgezeichnet


MdB Dr. Bernd Fabritius beglückwünscht Preisträger Prof. Dr. Dr. Paul Philippi. (Bild: St. Cosoroabă)

Am Heimattag der Siebenbürger Sachsen im bayerischen Dinkelsbühl wurde in diesem Jahr Geschichte geschrieben. Der Diakoniewissenschaftler Dr. Dr. Paul Philippi, Pfarrer und langjähriger Professor für Praktische Theologie und auch Kirchengeschichte an dem Theologischen Institut in Hermannstadt erhielt den Kulturpreis der Siebenbürger Sachsen.

Er erhielt ihn für seine wissenschaftliche Leistung, vor allem als siebenbürgischer Historiker. Nicht ausblendbar ist jedoch – trotz dieser Einschränkung - seine heimatpolitische Tätigkeit  die ihn für viele ausgesiedelten Siebenbürger Sachsen zu einer Persona non grata haben werden lassen. Er war vor der Wende die Speerspitze derjenigen, die sich gegen die Auswanderung positionierten und eine Zukunft der Siebenbürger Sachsen in Siebenbürgen beschworen.  Zuerst zusammen mit dem „Hilfskomittee der evangelischen Siebenbürger Sachsen“ und später mit dem „Evangelischen Freundeskreis Siebenbürgen“ bemühte er sich immer wieder den Sinn und die Chancen eines Verbleibs in Siebenbürgen auszusprechen. An diese Chancen glaubend, siedelte er selbst - den ein Kriegsschicksal nach Deutschland gespült hatte - zurück nach Hermannstadt um für „seine“ Kirche zu arbeiten. Diese Rücksiedlung war für viele unverständlich und provokativ, da sie gerade den umgekehrten Weg gingen. Anfeindungen und Fehden gehören mit zu dem Bild von Paul Philippi.

Deswegen ist es ein historischer Akt der Versöhnung, dass der Verband der Siebenbürger Sachsen, den Philippi noch als „Landsmannschaft“ politisch und publizistisch bekämpfte, ihm den Kulturpreis verlieh und dessen Vorsitzende selber dazu die Laudatio sprach. Ebenfalls nicht selbstverständlich war, dass der Nominierte die Auszeichnung annahm.

In seiner Ansprache würdigte Dr. Bernd Fabritius die wissenschaftliche Leistung Philippis sowie seine wegweisende Tätigkeit bei dem Demokratischen Forum der Deutschen, eine Tätigkeit, die die Voraussetzung dafür schaffte, dass später aus den Reihen dieser Organisation auch ein Staatspräsident hervorgehen sollte. Dr. Fabritius erwähnte jedoch auch die spitze Feder die Paul Philippi oft führt. Mit dieser verweist er auch heute immer wieder die Vertreter der Siebenbürger Sachsen. Der Laudator sah dieses aber positiv, denn solange Kritik möglich sei, sei dieses ein Zeichen von Lebendigkeit.

Paul Philippi ging in seiner Dankesrede darauf ein, dass er die Orientierung des Verbandes der Siebenbürger Sachen nach Siebenbürger positiv sehe, aber noch mehr Engagement in diese Richtung erwarte, denn – so Philippi – die Ausgesiedelten leben auch davon, dass es in Siebenbürgen noch Sachsen und deren Werte gebe.  

An der Verleihung nahmen außer Familienmitglieder des Preisträgers auch Weggefährten wie Andreas Möckel oder wissenschaftliche Kollegen wie Ulrich Wien, Harald Roth oder Konrad Gündisch teil.

Stefan Cosoroabă