Ein Lutherbaum für Hermannstadt

Der feierliche Spatenstich zur Pflanzung der Lutherlinde in Hermannstadt – v.l. der Leiter des Teutsch-Hauses Dr. Wolfram Theilemann, Oberkirchenrat Dr. Johann Schneider, Auslandsbischof Martin Schindehütte und Bischof D. Dr. Christoph Klein
500 Bäume von 500 Kirchen aus aller Welt - das ist die Idee des Luthergartens in Wittenberg, der zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation im Jahre 2017 entsteht. Der Lutherische Weltbund möchte als Initiator dieses Projekts der länderübergreifenden Bedeutung der Reformation gedenken und mit den Bäumen ein Symbol für die gewachsene ökumenische Gemeinschaft zwischen den christlichen Kirchen aller Welt setzen. Der Wunsch ist, dass Kirchen aller Konfessionen die Patenschaft für einen der Bäume übernehmen und gleichzeitig einen Baum im Bereich ihrer Heimatkirche pflanzen.
In Wittenberg wurden die ersten 50 Bäume bereits zur Einweihung des Luthergartens am 1. November 2009 gepflanzt. Als Pate der ersten Stunde war Bischof D. Dr. Klein zugegen – gemeinsam mit Vertretern der römisch-katholischen Kirche, der orthodoxen Kirche, der anglikanischen Kirche, des Methodistischen und des Lutherischen Weltbundes sowie 44 weiteren Vertretern von Landeskirchen aller Konfessionen. Im Sinne des Beitrags der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien zur Gemeinschaft der Kirchen pflanzte Bischof Klein auf der Andreasbreite den Baum „Sorbus aria Magnifica“, eine Mehlbeere.
Ein weiterer „Lutherbaum“ wurde nun gestern, am 11. März in Hermannstadt gepflanzt. Im Innenhof des Kultur- und Begegnungszentrums Friedrich Teutsch fand die „Taufe“ einer Linde als lebendiges Symbol des Wirkens der Reformation statt. Bei dem Ereignis waren von seiten der EKD Auslandsbischof Martin Schindehütte, Oberkirchenrätin (OKR) Dine Fecht und Oberkirchenrat Dr. Johann Schneider zu Gast. Bischof Dr. Klein, Landeskirchenkurator Prof. Friedrich Philippi und Hauptanwalt Friedrich Gunesch bildeten mit zahlreichen geistlichen und weltlichen Mitarbeitern der „Heimatkirche“ einen weiten Kreis um die neu gepflanzte Lutherlinde.
In seiner Ansprache ging Bischof Klein auf die Bedeutung der Pflanzung des Baums an diesem Ort ein: Das Kultur- und Begegnungszentrum Friedrich Teutsch erhielt bei seiner Erbauung und Einweihung als kirchliches Waisenhaus 1883 den Namen „Lutherhaus“ (zum 400. Jahrestag der Geburt Luthers). Heute ist im Teutsch-Haus u.a. das Ökumenische Institut beheimatet. Der Baum, so Bischof Klein, setze der Tradition des Luthertums und der ökumenischen Offenheit der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien ein Zeichen. Die Pflanzung stellte er unter das Wort des Johannesevangeliums Kapitel 3,30: „Er (Jesus) muss wachsen, ich aber muss abnehmen“.
Auch Bischof Martin Schindehütte betonte in seinem Grußwort und einer abschließenden Fürbitte den symbolischen Geist der Baumpflanzung als Geist der Einheit, Verständigung und Verbundenheit aller Christen. In diesem Sinne sprachen sich in kurzen Ansprachen auch OKR Dine Fecht, OKR Johann Schneider, Dr. Elfriede Dörr, Ökumene-Beauftragte der EKR und Dr. Wolfram Theilemann, Leiter des Teutsch-Hauses aus. Hermannstadt hat nun ein weiteres besonderes Zeichen erhalten. Möge es im Sinne aller seiner Taufpaten kräftig wachsen und gedeihen!
Julia Jürgens
Für weitere Informationen zum Luthergarten, sehen Sie www.luthergarten.de