Von Rosenau lasen wir in der Zeitung – Überschwemmungen, Häuser überflutet, Flüsse auf den Straßen (passend zur Vorstellung eines überflutenden Nil-Flusses). In diesen Tagen machten sich die Mitarbeiter auf, um das Zeltlager herzurichten für 56 junge Leute von 13-15 Jahren, welche sich aus den verschiedenen Orten unsrer Kirche angemeldet haben. Der Regen hatte tatsächlich viel Schaden angerichtet, wir hatten letztendlich aber doch wunderschönes Wetter für diese Lager des Jugendwerkes, die ganze Zeit über.
Die Geschichte von Josefs Familie, vom Vater, der den jüngsten Sohn verwöhnt, beschäftigten uns diese Tage. Wie kommt es dazu, dass Brüder ihren eigenen Bruder als Sklaven verkaufen? In einem Gerichtsprozess meldeten sich die Teilnehmer zu Wort um festzustellen wer schuld ist an dem Unglück der Familie – der Vater, Josef selber, die Brüder oder Gott? Doch in all dem Unglück steckte auch die Hand Gottes, denn der verwöhnte Petzer gab im fremden Land nicht auf, sondern passte sich gut an und wurde letztendlich zum höchsten Minister, der ein Land und seine Familie von der Hungersnot rettete. Wie andres wäre es gewesen, wenn er aufgegeben und depressiv geworden wäre?
Das Leben im Lager sollte vieles aus dieser Geschichte erlebbar machen. Es wurden Souvenirs aus Ägypten gebastelt, Schmuggler in der Wüste mussten durch die Hitze rennen, bei der Reise durch die Wüste mussten mehrere Informationen über Land und Leute erarbeitet werden. Im Leben ist es gut, nicht aufzugeben und Vertrauen zu haben in Gottes Hand, welche uns fest hält. Das wurde eingeübt in dem Hochseilgarten, wo man in 10 Meter Höhe auf Seilen gehen sollte. Manche schafften das sogar auch trotz ihrer Höhenangst. Für andre war die Wanderung bis zur Malaiester Hütte ein herausragendes Erlebnis, anscheinend haben immer weniger Kinder Gebirgserfahrung. Ein guter Abend war es, als eine Frau uns über ihre Vergangenheit als Drogensüchtige erzählte, wie sie Christin wurde. Gespannt hörten alle zu, denn Drogen gehören immer mehr zu unsrem Umfeld dazu.
Viel Arbeit steckt hinter diesen vielen vermittelten Erfahrungen. Ein Dank an die lieben Damen die es verstehen in freiwilliger Arbeit für 80 Personen jeden Tag frisches gutes Essen auf den Tisch zu zaubern - Gerda Orzan, Ilse Tofan und Helga Meitert. Ein Dank den vielen Mitarbeitern, die sich für die Programmpunkte vorbereitet haben, auch an diejenigen die 2 Wochen vorher zum Vorbereitungsteam dazu gestoßen sind, weil sich viel mehr Teilnehmer angesagt hatten wie wir erwartet haben. In diesem Jahr haben wir sehr stark gemerkt, dass ein Jugendreferent fehlt, der diese Lager betreut, die Jugendarbeit hofft sehr darauf, dass ab Herbst jemand angestellt werden kann, damit diese Lager auch weiterhin stattfinden können.
Wolfgang Arvay, Broos
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