Gott bringt uns in Bewegung


Wer sich am 7. Mai nach Kleinschelken (Seica Mica) aufgemacht hat, um beim 7. Evangelischen Jugendtag mitzumachen, der hat gewusst, was ihn erwartet und seine sieben Sachen zusammengepackt: Schlafsack, Isomatte, Zahnbürste, Schuhe, Fotoapparat, Geld, Cola. War’s das? Da fehlt ja noch was! Wer beim Jugendtag 2010 mitmachen will, der muss in Bewegung sein!

Und damit alles klappt, packen 80 Mitarbeiter schon am Tag davor fleißig mit an. In Kleinschelken stehen uns die große und die kleine Schule zur Verfügung, inklusive Schulhof, das Pfarrhaus, die Kirche und der geräumige Musiksaal. Kaum sind am Freitag Vormittag die Dorfkinder aus den Schulen weg, machen sich die Mitarbeiter an die Arbeit: Toiletten werden geputzt, Bänke gerückt, Matratzen geschleppt. Die Schulklassen, wo sonst unterrichtet wird, müssen jetzt als Schlafsäle herhalten. Der große Festsaal der Schule wird zum Speisesaal und ist schon überfüllt mit langen Tischen und Bänken. In der Küche wird fleißig gearbeitet.
Flache Teller, Suppenteller, Becher, Gabeln, Messer, Löffel, Brotkörbe, Wasserkannen; alles steht schon bereit, damit die 100 Teilnehmer wohl versorgt sind.

Und da stehen sie schon in der Anmeldung. Aus Kronstadt, Mediasch, Heltau, Hermannstadt, Malmkrog und Schäßburg- gruppenweise tauchen sie auf, gutgelaunt und vollbepackt.
Die Anmeldung kennt jeder. Da muss man als erstes hin, wenn man in Kleinschelken eintrifft. Jeder einzelne wird auf eine Liste eingetragen, bekommt anschließend ein Zimmer zugeteilt, einen Kugelschreiber und das Jugendtagsheft, in dem alle wichtigen Informationen zum Jugendtag vermekt sind.

Nach Stunden harter Arbeit ist auch schon das Jugendcafé für seine Gäste bereit und bietet zwischen den jeweiligen Programmpunkten, in den Pausen, Verstärkung an. Die ausgelassene Stimmung, Musik und der unwiederstehliche Duft frisch gebackener Waffeln lockt einen schon von weitem. Man muss an der Theke Schlange stehn, denn obwohl die Kronstädter voll im Einsatz sind, drängen sich die Jugendlichen, wie die Leute vor dem Bäckerladen. Ob es hier frische Brötchen gibt? Tatsächlich nicht! Zu den frischen Waffeln gibt es Kaffee, heiße Schokolade, Eiscreme, und wer etwas Gesundes möchte, für den haben sie frisches Obst. Hat man seine Bestellung abgegeben, kann man sich zu seinen Freunden setzen im schön dekorierten Raum.

Hier treffe ich auch die Mädchen aus Heltau und Hermannstadt, die ihre Pause genießen und zu einem kurzen Gespräch bereit sind. Teo (18) ist schon zum zweiten Mal beim Jugendtag dabei. “Vor zwei Jahren war es genauso schön, denn man kann immer wieder etwas Neues lernen und Freunde gewinnen.” Maria (15) hingegen ist das erste Mal da und begeistert von der großen Anzahl an Jugendlichen. Gespannt wartet sie auf die Workshops, die am Nachmittag stattfinden. “Alle Workshops sind sehr interessant. Und man muss sich für einen entscheiden. Das war nicht leicht.” Neben Filmen, Basteln und Singen werden auch Volkstänze angeboten. Cristiana (18) hat sich schon entschieden mitzutanzen: “Ich tanze gerne. Sieben Jahre bin ich schon Mitglied der Tanzgruppe unserer Schule.”

Doch Jugendtag das ist mehr als nur Jugendcafé, Workshops, Freizeit und Toiletten schrubben. Beim Jugendtag 2010 geht es vor allen Dingen um ein großes Thema: “In Bewegung”.
Drei Tage lang besprechen Teilnehmer und Mitarbeiter alles zu diesem Thema; z.B. wird darüber diskutiert, woher wir kommen, wie wir heute leben und darüber, wohin uns die Zukunft führt. Pfarrer Gerhard Servatius-Depner und Diana Nistor sind die Moderatoren des Jugendtages und wissen am besten Bescheid. Gerhard ist Computerfreak und Diana will Athletin werden. Bewegung ist für sie wichtig, während Gerhard alles hat, was er braucht, wenn er am Computer sitzt: Freunde, Musik, Spiele. Doch schließlich schafft es Diana, Gerhard zu überzeugen, beim Jugendtag mitzumachen. Sie gibt ihm den Anstoß, in Bewegung zu kommen und ist nachher selber überrascht, wie aktiv er am Ende ist. Bei den Jugendlichen kommen solche und ähnliche Anspiele der Moderatoren und der Hermannstädter Gruppe gut an.

Mitarbeiten ist für viele Jugendliche wichtig geworden. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie mitmachen, ist ansteckend und motivierend. “Mitarbeiten ist für mich ein Schritt, den ich machen will, um an Gott näher zu kommen und ihn an Jugendliche näher zu bringen”, erzählt Kinga (20), Mitarbeiterin. “Gott ist wie ein Führer auf einer Bergtour. Eine Person, die den Weg kennt und uns zum Gipfel hinführt. Er bringt uns in Bewegung, er leitet unsere Schritte, dass wir sicher zum Ziel kommen. Er spornt uns an weiterzumachen, dass wir nicht auf halbem Weg stehenbleiben.”

Mich diesem Gedanken anschließend, hoffe ich, dass der Jugendtag allen Spaß gemacht und etwas auf den Lebensweg mitgegeben hat. Auf dass wir uns in zwei Jahren wieder treffen!

Blog des Jugendtags hier.


Andrea Dumitrescu