Hilfeschrei der Stadtpfarrkirche
Was ist hier denn zu sehen? Eine Touristin blickt zögernd in die evangelische Stadtpfarrkirche von Hermannstadt und erwägt, ob sich eine Eintrittskarte zu einem Leu hier lohnt. Gerüste überall im Hauptschiff, mehr als siebzig Kubikmeter. Die Epitaphien, von denen sie in ihrem Reiseführer gelesen hat, sind von Brettern verdeckt, die große und berühmte Sauer-Orgel mit der historischen Schauseite aus dem 17. Jahrhundert ist unsichtbar, wenn auch noch zu hören.
Trotz alledem: in diesem Sommer haben Tausende von Touristen unsere Kirche besucht und vor allem einen Eindruck von den Problemen mitgenommen, mit denen dieses Wahrzeichen der Stadt und seine Gemeinde konfrontiert sind. Das massive Innengerüst soll zunächst die Einsturzgefahr bannen. Die Holzplattform unterm Gewölbe hält pro Quadratmeter eine Tonne Gewicht aus. Schon beim Anblick eines Fotos dieser Konstruktion hat Orgelbaumeister Christian Scheffler aus dem entfernten Frankfurt an der Oder voll Bewunderung geschrieben: „was man mit Holz alles kann! Ein wahres Kunstwerk!!“
Dieser Tage (im Oktober 2008) kann man immer wieder eine junge Architektin in der Kirche antreffen, die sinnend vor Mauerrissen sitzt, fotografiert, schreibt, nachdenkt und auch bereit ist, Auskunft zu geben. Sie erstellt im Namen des Architekturbüros Dr. Achim Krekeler aus Brandenburg in Deutschland eine genaue Bestandsaufgnahme des über fünfhundert Jahre alten Gebäudes. Am Sonntag besucht sie auch den Gemeindegottesdienst. Es ist, als wolle sie sich ganz hineinversetzen in die Lage der evangelischen Kirche. Wer diese Stadt besucht, kommt als Besucher sehr wahrscheinlich auch an diesen Ort. Für manche ist er Arbeitsstelle, für die Gemeinde Sammelpunkt, für Kinder ein idealer Spielplatz und für Nachtschwärmer ein verwunschener Winkel mitten in der Altstadt.
Wie wird es weitergehen mit unserer Stadtpfarrkirche? Wird die Gemeinde die Energie aufbringen, die anstehenden großen Renovierungsarbeiten zu ermöglichen? Schon nur das Ausmaß aller Schäden und Schwachstellen herauszufinden, erfordert zur Zeit ungeahnten personellen und finanziellen Einsatz.
Aus eigener Kraft werden wir es nicht schaffen können. Für jede Hilfe, für jedes Mitdenken und Mitfühlen, auch für jede materielle Spende sind wir dankbar.
Erfahren Sie mehr über den im Fernsehen übertragenen Gottesdienst des ZDF aus unserer Stadtpfarrkirche für die Rettung dieses Gotteshauses. Klicken Sie auf weiter.
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